Veranstaltung zu Perspektiven beim Kampf um den Erhalt linker Freiräume.

Offenbar ist die Diskussion um linke Freirume noch lange nicht am Ende angelangt, das zeigt die noch andauernde Besetzung des Raumes im Blauen Turm an der Universität Göttingen. Schon im vergangenen Mai trat die Kampagne „Here to stay“ an die Göttinger Öffentlichkeit, um die Kündigung der kollektiven Mietverträge bei Wohnheimen in Selbstbestimmung zu verhindern. Doch nicht nur in Göttingen wächst die Bedrohung der linken Freiräume und damit auch die Notwendigkeit ihrer Verteidigung. Auf der Veranstaltung „Wie weiter mit linken Freiräumen“ werden Vertreter_innen aus Göttingen, Hannover und Marburg die verschiedenen Projekte und deren Geschichte vorstellen.

Gibt es Chancen und Möglichkeiten neue Projekte zu erkämpfen? Welche Vorraussetzungen müssen dafür gegeben sein und welche müssen von uns geschaffen werden? Welche Möglichkeiten und Perspektiven bieten linke Freiräume, welche Erfahrungen können aus der Geschichte der Projekte gezogen werden und mit welchen Problemen kämpfen sie heute? Welche Differenzen haben wir und was eint die Projekte, wie kann eine solidarische Vernetzung untereinander aussehen und: wie ist der aktuelle Stand in den jeweiligen Städten? Viele Fragen aber auch viele Antworten, die es auf der Veranstaltung zu suchen und zu finden gilt.

Zu Gast sind Vertreter_innen des Hannoveraner Baukastens, des Marburger Bettenhauses und der Göttinger Kampagne „Here to stay“.

Freitag, 1. Februar um 20.00 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19.

26. Juli 2007 // 20 Uhr // T-Keller, Geismarlandstr. 19

Kapitalismus und Wohnen
Geschichte und Gegenwart der Wohnungspolitik im Spiegel kapitalistischer
Entwicklungsdynamik und sozialer Kämpfe

Veranstaltung mit Jürgen Mümken

Öffentliche Auseinandersetzungen um die Wohn- und Lebensverhältnisse finden heute fast gar nicht mehr statt. Sie bleiben unsichtbar (bzw. unbeachtet) und es mag der Eindruck entstehen, dass es sich beim Wohnen um eine rein private Angelegenheit handelt bei der es höchstens noch um die individuelle Ausgestaltung durch Zusammenstellung normierter Einrichtungsmodule geht – ganz getreu dem Möbelladen-Slogan „Wohnst du noch oder lebst du schon!“.

Doch die Geschichte des Wohnens ist untrennbar verknüpft mit der Geschichte der kapitalistischen Entwicklung und von sozialen Kämpfen sowie den
herrschaftlichen Gegenstrategien zu ihrer Unterwerfung und Disziplinierung. Vom Ausruf „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“, der im Vormärz der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Losung der Existenzunruhen wurde, zum heute noch gängigen TonSteineScherben-Song „Das ist unser Haus!“ durchzieht die Wohnungsfrage die Geschichte der sozialen Kämpfe, der Revolten und Revolutionen.

Diese Auseinandersetzung ist auch heute noch nicht „Geschichte“. Eher im Gegenteil: Aktuelle Entwicklungen der Deregulierung des Wohnungsmarktes und die Hartz IV-Gesetze haben einen bestehenden Trend verschärft: Für immer mehr Menschen wird die Suche nach bezahlbarem Wohnraum zum Problem.

„Ein wichtiger Schritt wäre, wenn die Wohnungspolitik wieder eine größere Rolle in der linksradikalen Bewegung spielen würde, jenseits von
subkulturellen Wohn- und Lebensformen. Die Wohnungsfrage ist Teil der sozialen Fragen. Häuserkampf ist Klassenkampf!“ (J.M.)

Wir wollen mit der Veranstaltung einen Beitrag zu dieser Diskussion liefern und laden ein zu einem Streifzug durch die Geschichte der
Auseinandersetzungen um die Wohnungsfrage der letzten zwei Jahrhunderte. Über Häuserkämpfe, wildes Siedeln und Mieter_innen-Streiks hin zur staatlichen Wohnungspolitik im Nationalsozialismus und der BRD wollen wir der Frage nachgehen, in welchem (historischen und aktuellen) Kontext die derzeitigen Auseinandersetzungen um Freiräume, Wagenplätze und „selbstverwaltete Strukturen“ (Here2stay) in Göttingen stattfinden.

2. August 2007 // 19:30 Uhr // Juzi, Bürgerstr. 48

Freiräume und ” No-go-Areas”
Zur Räumlichen Ordnung von Politik und Stadt
Veranstaltung mit Jan Wehrheim
Veranstaltet vom antirassismusplenum göttingen im Rahmen des 25jährigen JuZI-Jubiläums

11. August 2007 // 13:00 Uhr

Freiräume-Demo „Here to stay“
anlässlich des 25. Geburtstags des JuzIs